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SPL – Vitalizer MK2-T Testbericht


SPL – Vitalizer MK2-T






SPL – Vitalizer MK2-T

Die Firma SPL (ausgeschrieben Sound Performance Lab) baut seit Jahren erstklassige Geräte. Viele Top-Produzenten benutzen Equipment von dieser Firma. Vor einiger Zeit ist ein Vitalizer-Modell auf den Markt gekommen, das die Ohren nur so schlackern lässt.



Einfache, intuitive Handhabung, zwei Sovtek 12AX7 LPS-Röhren mit exzellenten Rauschdaten und eine professionelle Verarbeitung sind nur wenige Beispiele für dieses Master-Gerät.

Wer etwas Geld zur Verfügung hat und als Produzent einen fetten Sound bekommen mag, sollte nicht lange warten. Kurz gesagt: Mit dem Vitalizer MK2-T ist man bei professionellem Mastering oder Producing auf der sicheren Seite.

Hintergrundinfos: Wer wie viele Produzenten – egal ob professionell oder nur als Hobby–Musik mit einem Computer produziert, hat das Problem, dass die ausgegeben Töne steril und teilweise flach klingen.

Nun will man aber den Club zum Beben bringen und dabei alle Details behalten. Der Sound soll schön warm, edel oder auch vintage klingen. Genau aus diesem Grund hat SPL den Vitalizer MK2-T entwickelt, mit welchem man für relativ wenig Geld sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Kommen wir aber erst einmal zum

Aufbau des Geräts:

Auf der Rückseite befinden sich die Stromzufuhr, ein Erdungsschalter und symmetrische Ein- und Ausgänge in XLR und Klinke. Mit dem Erdungsschalter wird nicht das Gerät geerdet, sondern er dient zum Eliminieren von Brummschleifen. Ein sehr professioneller Aufbau!



Die Vorderseite besteht aus acht Drehreglern, Power-Schalter, Belüftungsgitter für die Röhren und einen Taster für die Bypass-Schaltung. Mit letzterem aktiviert man das Gerät in seiner Funktion. Ist der Taster nicht eingedrückt so wird der Sound 1:1 von den Ein- zu den Ausgängen geleitet, auch wenn das Gerät ausgeschaltet wird oder ausfallen sollte.

Mit den acht Drehreglern wird der Sound bearbeitet. Dabei regelt Drive den Pegel des Eingangssignals im Bereich -20 bis + 6dB. 3 dB vor einer Übersteuerung leuchtet eine Warn-LED auf. Mit Bass-Sound regelt man den Bassklang. Es stehen zwei Klangfarben zur Verfügung. Bewegt man den Regler nach rechts, verstärkt man den trockenen und perkussiven Bassklang. Die Bewegung nach links erstellt einen warmen, soften Sound. Mein Tipp: für fetten Bass-Sound - wie wir ihn oft aus der elektronischen Musik kennen - ist der softe Sound meistens am besten geeignet. Der Bass-Regler steht im direkten Verhältnis zum Process-Regler, der das Beimischungsverhältnis der eingestellten Bassklangfarbe zum Original-Sound bestimmt. Daraus ergeben sich verschiedene Bass-Klangstrukturen: Wenn man eine hohe Bassverstärkung am Bass-Regler mit einem geringem Process-Wert kombiniert, bekommt man einen anderen Sound, als bei umgedrehter Kombination. Zusätzlich regelt der Process-Regler die Dämpfung dominanter Mittenfrequenzen. Dies ist besonders wichtig, da der Mensch in den Mittenfrequenzen zwischen 1 kHz und 5 kHz am empfindlichsten reagiert. Der Vitalizer bereitet das Frequenzspektrum so auf, dass die Balance zwischen allen Frequenzbändern auch bei variierender Lautstärke erhalten bleibt und der Sound dadurch lauter wirkt. Mit anderen Worten: Bei Erhöhung des Process-Reglers werden die Höhen und Bässe angehoben, während die Mitten um bis zu 5 dB abgeschwächt werden. Dabei verbessert sich das Lautstärke-Empfinden, die Klarheit, der Bass-Punch, also die Fülle des Audiosignals.

Der Vitalizer ist zudem mit einem gut klingenden Kompressor ausgestattet, der nur in den Bassbearbeitungspfad integriert ist und den originalen Bass-Sound unverändert lässt. Durch diese intelligente Schaltung werden Höhen und Mitten nicht bearbeitet, so dass auch bei hoher Kompression keine dumpfen Mitten bzw. Höhen entstehen. Die Soft-Knee-Regelcharakteristik lässt den Kompressor schön dezent arbeiten. Die Gain Reduction LED zeigt an, wann der Kompressor seine Arbeit aufnimmt. Attack, Release und Threshold werden automatisch und signalabhängig geregelt und liefern sehr gute Resultate.

Ein weiteres Schmankerl ist der Mid Hi Tune-Regler, mit welchem die untere Grenzfrequenz eingestellt wird. Oberhalb der eingestellten Frequenz wird der gewählte Process-Wert angehoben, unterhalb entsprechend gedämpft.

Oberhalb des eingestellten Wertes sorgen die Filter für verbesserte Trennung und Verständlichkeit, indem die Schwäche unseres Gehöres – Frequenzen zwischen 5kHz und 10 kHz – ausgeglichen wird. Der Filter liefert dabei sehr gute Resultate. In Verbindung mit dem LC-EQ wird der perfekte Mix zum Greifen nah.

Der LC-EQ ist die Mitten-Hochtonbearbeitungsstufe und regelt von 2 kHz bis 20 kHz. Er beruht auf einem passiven Spulen-Kondensatornetzwerk, das einen sehr angenehmen Sound hervorbringt. Die verwendete Technik ist dabei schon alt, wird aber heute nur im High-End Bereich eingesetzt, da Spulen im Vergleich zu RC-Filtern einfach teurer sind. Der Intensity-Regler bestimmt den Pegel des LC-EQs. Mit steigender Intensität nimmt die Verstärkung der Hoch- und Obertöne zu. Die Sprachverständlichkeit und Klarheit werden verbessert.

Als letztes greift der Stereo Expander ins Geschehen ein. Dieser kann die Stereo-Basisbreite erheblich vergrößern.

Workflow: Das Arbeiten mit dem Vitalizer macht einfach nur Spaß. Das Einarbeiten geht sehr schnell, da das Gerät intuitiv aufgebaut ist.

Ohne die sehr gut erklärende Bedienungsanleitung auf Deutsch und Englisch kommt man auch zurecht. Wer Hintergrundinfos zu Sound & Klang braucht, wird ebenfalls in der Anleitung fündig.

Der Sound klingt sehr edel. Die Röhren erzeugen einen angenehmen analogen Sound. Dabei ist das Rauschverhalten wirklich sehr gut. Bei älteren Modellen habe ich feststellen können, dass die Röhren etwas mehr rauschen.

Der Kompressor und Bass-Sound sind schon die halbe Miete. Der Umgang mit Mid-Hi Tune und LC-EQ verlangt etwas Können.

Der Vergleich zwischen digitalem Computer- und dem Vitalizer-Sound offenbart Unterschiede wie bei Tag und Nacht. Das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut gewählt. Mit einer UVP von 949 € und einem Street-Preis um die 750 € ist das Gerät schon fast preiswert.

Fazit: Der Vitalizer MK2-T ist ein professionelles Gerät zu einem äußerst fairen Preis. Hier stimmt alles – vom Sound über Handling bis hin zur Verarbeitung!

Wer seine Ansprüche beim Produzieren erhöhen und den Einstieg in die professionelle Welt realisieren will, kommt an diesem Gerät nicht vorbei! Andere Geräte bringen vielleicht ähnliche Ergebnisse, der Preis ist dann allerdings wesentlich teurer.

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